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Elfenbeinturmgelehrsamkeit und Geldsackgesinnung? Gesellschaftskritik in Fontanes "Frau Jenny Treibel"

Elfenbeinturmgelehrsamkeit und Geldsackgesinnung? Gesellschaftskritik in Fontanes "Frau Jenny Treibel"

Paperback

Literary CriticismGeneral Reference

ISBN10: 3656133042
ISBN13: 9783656133049
Publisher: Grin Verlag
Published: Feb 21 2012
Pages: 36
Weight: 0.13
Height: 0.09 Width: 5.83 Depth: 8.27
Language: German
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Freie Universität Berlin, Sprache: Deutsch, Abstract: In seinem 1892 erstmals erschienenen Roman Frau Jenny Treibel oder 'Wo sich Herz zum Herzen findt'1 stellt Fontane die deutsche, im speziellen die Berliner, Gesellschaft vor dem Hintergrund der Veränderungen im Bewu tsein des Bürgertums und seiner Lebensart, als Folge der sozialen und wirtschaftlichen Einflüsse der Gründung des Deutschen Reiches, dar. Innerhalb des Bürgertums kam es mit der fortschreitenden Industrialisierung zu einer Gewichtsverschiebung der verschiedenen Gruppierungen. War es vorher das Bildungsbürgertum, das das Bild des deutschen Bürgertums geprägt hatte, so waren es nun Wirtschaftbürger, die sowohl zahlenmä ig als auch bezüglich ihrer ökonomischen Macht an Bedeutung zunahmen. Im Machtgefüge des neu vereinten Staates blieb das Bürgertum allerdings von der Teilnahme an politischen Entscheidungen ausgeschlossen. Während sich das Bildungsbürgertum von der Politik fernhielt2, sehnte sich das Wirtschaftsbürgertum nach politischer Macht und es versuchte dies zu erreichen, indem es sich verstärkt in seinen Denk- und Lebensformen dem Adel anpa te. Durch diese Aristokratisierung wollte man den neuen Führungsfunktionen, auf die man ja hoffte, gewachsen sein.3 [...] 1 Fontane, Theodor: Frau Jenny Treibel oder Wo sich Herz zum Herzen findt, in: ders.: Werke in fünf Bänden, Bd. 3, Berlin und Weimar 1977. 2 Corinna, wenn ich nicht Professor wäre, so würd ich am Ende Sozialdemokrat. (Fontane, S. 342f.) Dieser Ausspruch Schmidts zeigt, da er sich aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Bildungsbürgertum keiner politischen Partei anschlie t, ganz so, als könne man nur eines sein: Professor oder Sozialdemokrat. 3 Die Folge diese Anpassung war, da die Neureichen sich noch stolzer und standesbewu ter aufführten als die adligen Familien. (Roch, Herbert: Fontane. Berlin und das 19. Jahrhundert, Düsseldorf 1985

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