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Progression eines geistigen Verfalls - Schizophrenie in Georg Büchners "Lenz"

Progression eines geistigen Verfalls - Schizophrenie in Georg Büchners "Lenz"

Paperback

Literary CriticismGeneral Reference

ISBN10: 3640410319
ISBN13: 9783640410316
Publisher: Grin Verlag
Published: Aug 30 2009
Pages: 144
Weight: 0.43
Height: 0.34 Width: 5.83 Depth: 8.27
Language: German
Magisterarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Jahr 1839 erschien in Karl Gutzkows Telegraphen für Deutschland erstmalig Georg Büchners Erzählung Lenz. Dieses Novellenfragment verdankt seine bis heute andauernde Bedeutung dem Nebeneinander von dichterischem Werk und klinisch genauem Krankheitsbericht. Lenz hat nach Meinung vieler Literaturwissenschaftler und Psychiater, die Konstituierung des Krankheitsbildes der Schizophrenie vorweggenommen . Die historische Figur, die als Vorbild für diese Novelle dient, ist der Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz, ein ehemaliger Freund Goethes und neben diesem die auffälligste literarische Begabung der jungen Generation der 1770er Jahre. Nachdem er immer häufiger durch sein abnormales Verhalten auf sich aufmerksam machte, wurde Lenz als krank etikettiert und als nicht anpassungs- und leistungsfähig aus der für ihn so bedeutsamen Gesellschaft ausgeschlossen. Er kam nach Waldersbach, wo er bei dem bekannten Pfarrer Johann Friedrich Oberlin Hilfe suchte. Dieser nahm ihn zunächst bei sich auf, musste aber bald feststellen, dass auch er gegen Lenz' Leiden nichts ausrichten konnte. Daher schickte er den Unglücklichen wieder fort. Um sich vor seinen Freunden und Bekannten für seine Entscheidung zu rechtfertigen, verfasste Oberlin einen detaillierten Bericht über dessen Aufenthalt. Eben jene Aufzeichnungen dienten Büchner als Ausgangspunkt für weitere Nachforschungen. Er verarbeitete sie zu einem Dokument einer geschlossenen Schizophreniedarstellung, mit dem er den Diskussions- und Wissensstand der zeitgenössischen Psychiatrie und Psychologie bei Weitem übertraf. Dennoch ist diese Novelle nicht nur eine realitätsnahe Fallstudie, sondern weit mehr als das. Im Mittelpunkt des Interesses des Autors steht nicht die Schizophrenie, sondern der Mensch und dessen individuelles Leiden. Büchners Novelle zeigt auf

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