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Graf Petöfy

Graf Petöfy

Paperback

Literary CriticismGeneral Reference

ISBN10: 3640253590
ISBN13: 9783640253593
Publisher: Grin Verlag
Published: Jan 27 2009
Pages: 176
Weight: 0.52
Height: 0.41 Width: 5.83 Depth: 8.27
Language: German
Klassiker aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Sprache: Deutsch, Abstract: Erstes Kapitel*** In einer der Querstra en, die vom Graben her auf den Josephsplatz und die Augustinerstra e zuführen, stand das in den Prinz-Eugen-Tagen erbaute Stadthaus der Grafen von Petöfy mit seinem Doppeldach und seinen zwei vorspringenden Flügeln. Ein altmodisches Hochparterre, dazwischen ein Hof und ein etwas vernachlässigtes, den ganzen Bau nach vornhin abschlie endes Eisengitter. Ging man an einem dunklen Tage hart an diesem Eisengitter vorüber und sah durch seine rostigen Stäbe hin auf den mit Kies bestreuten Vorhof, so gewann man den Eindruck, da hier alles längst tot und ausgestorben sei; trat man aber umgekehrt auf das Trottoir der andern Stra enseite hinüber, so bemerkte man an allerlei kleinen Zeichen und nicht zum wenigsten an einem gedämpften Lichtschimmer, der abends durch die nicht ganz zugezogenen Gardinen fiel, da , wenn nicht der ganze Bau, so doch die zwei vorspringenden Flügel desselben bewohnt sein mu ten. Und so war es auch. Die beiden letzten Petöfys, Graf Adam und seine Schwester Judith, eine seit vielen Jahren verwitwete Gräfin von Gundolskirchen, bewohnten das Palais in getrennter Wirtschaftsführung und benutzten in Gemeinschaftlichkeit nur die dem Corps de logis angehörigen Repräsentationsräume. Die Gesellschaft, die sich in diesen Räumen zu versammeln pflegte, war, je nachdem der Bruder oder die Schwester invitiert hatte, von sehr verschiedenem Gepräge. Beide Geschwister gefielen sich nämlich in einem ausgesprochenen Protegieren, aber während die Protektion des Grafen der Kunst galt, galt die der Gräfin der Kirche, weshalb es weder ausbleiben noch überraschen konnte, da sich in denselben Empfangsräumen eine sehr verschiedene Gesellschaftselite: die Wolter und der Kardinal von Schwarzenberg, abwechselnd bewegte. Nur selten, da man eine Vereinigung beider Elemente wagte.[...]

Also in

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