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Zeitreise: Sind wir beim Modernisieren im finsteren Altertum gelandet?

Zeitreise: Sind wir beim Modernisieren im finsteren Altertum gelandet?

Paperback

Series: Xing Magazin, Book 45

Fiction Anthologies

ISBN13: 9798687013734
Publisher: Independently Published
Published: Apr 30 2020
Pages: 66
Weight: 0.44
Height: 0.17 Width: 8.00 Depth: 10.00
Language: German
[Vorwort] Liebe XING-Leser, nachdem Ende März klar war, dass der neuartige Corona-Virus dem kühnen XING-Team kaum gefährlich werden konnte, haben wir uns die Frage gestellt, wie es sein kann, dass uns irrationale Massenhysterien in scheinbar immer kürzer werdenden Zeitabständen heimsuchen. Warum ist das so, in einer Welt, in der es eine in der Menschheitsgeschichte noch nie dagewesene Verfügbarkeit von Information und Wissen gibt? Wie kann es sein, dass eine Welt von Angst regiert wird, die fast in Echtzeit Informationen sammeln und verarbeiten kann, über Information in Orwellschem Ausma verfügt, und Technologien einsetzt, die in ihrer Wirkmächtigkeit fast an Zauberei grenzen? Warum setzt ständig der Verstand aus in einer Gesellschaft, die der Ratio und dem Materialismus huldigt? Falls Sie das auch fragen, liebe Leser, dann laden wir Sie in diesem Heft zu einer Zeitreise ein. Angesichts des traurigen Kasperltheaters, dem man gezwungen ist beizuwohnen, erscheint uns im XING-Team ein Vergleich mit dem, was Menschen vor Hundert Jahren durchlebten, peinlich. Mit How dare you!?! hat Greta noch vor kurzer Zeit alle Welt angeprangert, weil wir ihre Zukunft gefährden. Ein paar Monate später steht angeblich unsere auf dem Spiel, das hat viel weniger als die angeblichen zehn Jahre Klimaerwärmung gebraucht. Wenn wir vor diesem Hintergrundlärm heute Rilke oder Zweig lesen, wie sie 1912 oder 1942 erlebt haben, scheint es, als ob alle Brücken in diese Welt zerschlagen worden wären.Noch grotesker erscheint die Gegenwart, wenn wir autographische Texte von vor zwei- oder dreihundert Jahren lesen. Was haben wir mit Wolfgang Amadeus Mozart noch gemein? Können wir noch irgend etwas nachempfinden, für das Andreas Hofer sein Leben eingesetzt hat? Wirkt die Chronika des Johannes, geboren anno Domini 1358, nicht fremd wie ein rätselhaftes Märchen? Fast denkt man dabei an Adalbert Stifters altes Wien, das zwar irgendwie zur eigenen Geschichte gehört, zu dem inzwischen aber keine Beziehung mehr besteht.Wie überraschend aktuell wirkt dagegen Aurelius Augustinus Schilderung über Roms Heimsuchungen? Ist es möglich bei Hermias Verspottung der Philosophen die aktuellen Welterklärer und Theorieakrobaten auszublenden? Woran fühlen Sie sich erinnert, wenn Sie Cyprians Worte über einen einen Staat lesen, dessen Wohl und Wehe auf dem Meinungsmarkt entschieden wird? Angesichts der neurotischen Weltbühne - wer sehnt sich nicht nach Ephraims wahren Seelenfrieden?Erleben wir also, mit all der aufgeklärten Moderne, dem materialistischen Weltbild, der angeblich rationalen Wissenschaft und Technik, ein neues altes Rom?Zeit zum überrascht werden und Nachdenken wünscht Ihnendas XING Magazin-Team!

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