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Seit Wann Und Warum Gibt Es "Deutsche Klassiker?: Zwölf Thesen Im Ausgang Von Klassiker-Erwartung Und Buchmarkt Des Langen 18. Jahrhunderts

Seit Wann Und Warum Gibt Es "Deutsche Klassiker?: Zwölf Thesen Im Ausgang Von Klassiker-Erwartung Und Buchmarkt Des Langen 18. Jahrhunderts

Paperback

Literary Criticism

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ISBN10: 3777630357
ISBN13: 9783777630359
Publisher: S. Hirzel Verlag
Pages: 56
Weight: 0.34
Language: German

Die Kanonisierung deutscher Klassiker wird in der Germanistik dem Nationalismus des 19. Jahrhunderts zugeschrieben. Tatsächlich jedoch erfolgte sie nicht erst retrospektiv, sondern bereits im späten 18. Jahrhundert aufgrund einer jahrzehntelangen Erwartung, dass die Deutschen ebenso ihre anerkannten Spitzenwerke und -autoren haben würden wie andere Nationen der Antike und Neuzeit.
Daniel Fuldas Untersuchung unternimmt eine methodische Kritik des in der Forschung dominanten Rezeptionsparadigmas und rekonstruiert die Erwartung cla ischer Schriftsteller im Zeitalter der Aufklärung. In den Beiträgen Herders, Wielands und Schillers bildete sich dort ein neuer, historisierter Klassikerbegriff mit Distanzierung von einer höfischen oder gelehrten Publikumsorientierung heraus. In Weimar formulierten Autoren wie Goethe oder Verleger wie Bertuch zudem ein Klassikerkonzept, das sich auf die Geschäftsinteressen im expandierenden Buchmarkt und die Konsuminteressen der Leser stützte. Wie Fulda zeigt, hingen ökonomische, herstellungstechnische und ästhetische Wertbildung bei der zugleich diskursiven und buchhändlerischen Klassikerproduktion um 1800 eng zusammen.

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