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Reformierte Morallehren und deutsche Literatur von Jean Barbeyrac bis Christoph Martin Wieland

Reformierte Morallehren und deutsche Literatur von Jean Barbeyrac bis Christoph Martin Wieland

Hardcover

Series: Frühe Neuzeit, Book 75

Literary CriticismGeneral ReferenceGeneral Christianity

ISBN10: 3484365757
ISBN13: 9783484365759
Publisher: de Gruyter
Published: Jan 30 2003
Pages: 315
Weight: 1.36
Height: 0.75 Width: 6.14 Depth: 9.21
Language: German

Als innerweltliche Askese beschrieb Max Weber die reformierte Religion und Lebensführung. Für deutsche und frankophone Texte (Lehrbücher, Essays, Periodika, Reden/Rededramen, philosophische Romane) des ausgehenden 17. und des 18. Jahrhunderts zeigt diese vergleichende, literatur- und denkgeschichtliche Untersuchung, da die Beschreibung Webers zwar zutrifft, aber zu kurz greift: Wenn reformierte Gelehrte wie der Naturrechtler Jean Barbeyrac, der Prediger-Philosoph Jean Henri Samuel Formey, der Mathematiker Jean Pierre de Crousaz und der Mediziner-Dichter Albrecht von Haller rationalen Morallehren (Hugo Grotius, Samuel Pufendorf, Christian Wolff) zuneigten, dann bestand ihre Leistung darin, diese empirisch zu prüfen, die Bedrohung durch die Skepsis abzuwehren und das Ergebnis in angenehmer Form zu verbreiten. Sie pflegten den Austausch mit Gelehrten unterschiedlicher Herkunft und Anschauung, traten für Toleranz und für die Vereinigung der protestantischen Kirchen ein. Deutsche Autoren wie Johann Christoph und Luise Adelgunde Victoria Gottsched teilten ihre Anliegen und folgten dem französisch-reformierten Vorbild. Christoph Martin Wieland aber kritisierte die rationalen Morallehren im philosophischen Roman - um sie als eine Denkmöglichkeit zu erhalten. Denn die empirische und gemä igte Aufklärung betrachtete sich bereits als durch radikale Philosophien gefährdet. In der Literatur suchte sie eine Zuflucht.

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