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Parteimitglieder Im Wandel: Partizipation Und Repräsentation

Parteimitglieder Im Wandel: Partizipation Und Repräsentation

Paperback

General Political ScienceWomen's Studies

ISBN10: 3531145673
ISBN13: 9783531145679
Publisher: Springer Nature
Published: Oct 25 2005
Pages: 265
Weight: 0.72
Height: 0.57 Width: 5.83 Depth: 8.27
Language: German
Nach dem Urteil der meisten deutschen Wahlforscher befindet sich der radi- kal-modeme Wähler auf dem Vormarsch (Gluchowski u. a. 2001: 199; vgl. Bürklin 1994: 28; BürklinlKlein 1998: 81-96; Schultze 2001b: 561). Dieser sei an keine bestimme Partei gebunden und verstehe seine Stimmabgabe als echte (Aus-)Wahl, bei der er sowohl die bisherigen Leistungen der Parteien als auch deren im Wahlkampf präsentiertes Programm-und Personalangebot berücksichtige. Infolgedessen sei die Wahlentscheidung immer weniger Aus- druck einer sozialstrukturell fundierten Bindung an eine Partei und immer mehr das Resultat individueller Abwägungsprozesse. Zwar beeinflussten langfristige Erfahrungen weiterhin die Stimmabgabe, kurzfristige und situati- ve Einflüsse gewännen jedoch an Bedeutung. Ursächlich für diese Entwick- lung sind nach dem Dafürhalten der Wahlforschung die Veränderungen, denen modeme Industriegesellschaften unterliegen. Der als Folge der Tertiä- risierung zu beobachtende berufs strukturelle Umbruch habe ebenso wie die voranschreitende Säkularisierung zu einem weiteren Abschmelzen der tradi- tionellen Trägermilieus der Parteien beigetragen. Die Bildungsexpansion führe zur Individualisierung und Pluralisierung persönlicher Prägungen, Prä- ferenzen und Lebensstile. Traditionelle Formen der Vergemeinschaftung lös- ten sich mehr und mehr auf. Entsprechend orientiere sich das politische Ver- halten der Bürger immer seltener an etablierten Normen und werde zuneh- mend einem Kosten-Nutzen-Kalkül unterworfen. Neuere Arbeiten relativieren die These von der Ausbreitung des moder- nen Wählers und betonen, dass die meisten Bürger sich keineswegs kurzfris- tig für oder gegen eine Partei entscheiden (Müller 1998a; Brettschneider u. a. 2002).

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