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Mythos -- Heilshoffnung -- Modernität: Politisch-Kulturelle Deutungscodes in Der Weimarer Republik

Mythos -- Heilshoffnung -- Modernität: Politisch-Kulturelle Deutungscodes in Der Weimarer Republik

Paperback

Series: Studien Zur Sozialwissenschaft, Book 114

General Sociology

ISBN10: 3531123599
ISBN13: 9783531123592
Publisher: Springer Nature
Published: Jan 1 1992
Pages: 310
Weight: 0.93
Height: 0.66 Width: 6.00 Depth: 9.00
Language: German
Wie kaum ein Abschnitt der deutschen Geschichte ist die kurze Ära der Weima- rer Republik bis heute auf irritierende Weise präsent. Ganz ist die Frage, ob Bonn nicht doch Weimar se nie verstummt; und unter dem Eindruck der deut- schen Einigung stellt sie sich manchen mit neuer Dringlichkeit. Die zweite Nachkriegsgeschichte ist, unter vielen Aspekten, auch eine Geschichte der Be- mühungen, erahnte oder gewu te Analogien zur ersten zu verhindern. Der Marshall-Plan, der als Anti-Versailles den Deutschen (West) die Rückkehr in den Kreis der wohlhabenden Völker ermöglichen sollte, die Fünf-Prozent-Klau- sei gegen Zersplitterung, der Radikalenerla , die Kraft von Begriffen wie wehrhafte Demokratie und Konsens der Demokraten sind echte und falsche Reflexe auf das Weimarer Syndrom. Da bundesrepublikanische Politik stets, wenn Anzeichen von Instabilität oder Diffusion sich bemerkbar machen, ausge- sprochen oder unausgesprochen auf die weimarische projiziert wird, ist nicht der unbedeutendste Bestandteil aktueller politischer Kultur. Umso erstaunlicher ist es, da gerade die politische Kultur eben jener Wei- marer Republik, die wie kaum eine andere Zeit Gegenstand einer gewaltigen Menge wissenschaftlicher wie nichtwissenschaftlicher Literatur ist, so gut wie unerforscht geblieben ist. Noch 1982 zieht Hagen Schulze das nüchternde Resümee: Und in den Bereichen des politischen Denkens, der politischen Kultur, sind wir kaum über das Anfangsstadium der Medienauswertung und der traditionellen Ideengeschichte hinausgekommen. ',1 2 Zwar hat sich zwischenzeitlich einiges getan. Aber von einem konsolidierten und gesicherten Wissensbestand über die politische Kultur der ersten deutschen Demokratie kann dennoch nicht die Rede sein.

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