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Krieg ALS Medienereignis: Grundlagen Und Perspektiven Der Krisenkommunikation

Krieg ALS Medienereignis: Grundlagen Und Perspektiven Der Krisenkommunikation

Paperback

General Sociology

ISBN10: 3531123327
ISBN13: 9783531123325
Publisher: Vs Verlag Fur Sozialwissenschaften
Published: Jan 1 1993
Pages: 276
Weight: 0.76
Height: 0.60 Width: 5.83 Depth: 8.27
Language: German
Warum schreiben die Journalisten nichts über Liberia, sondern immer nur über Somalia, wo es doch hier kaum besser geht?, fragte der Mitarbeiter einer Hilfsorganisation in Liberia kürzlich einen deutschen Journalisten. Seine Antwort: Weil es keine ähnlich schockierenden Fernsehbilder sterbender Kinder aus Liberia gibt. Wahrscheinlich ist auch die Auf- merksamkeit für Somalia nur vorübergehend, bis ein neues Modethema die Fernsehschirme erobert. Dieses Gespräch über die Aufmerksamkeitsregeln der Mediengesell- schaft wird in ähnlicher Form wohl in allen Kriegen, die medial unsicht- bar und damit folgenlos bleiben, geführt: von Menschen, für die ein Krieg, der keine Mode (im Fernsehen) macht, dennoch sichtbar und fol- genreich bleibt. Auf der anderen Seite werden kritische Fragen nach der Kriegsordnung der Medien gerade auch durch Kriege provoziert, denen mediale Aufmerksamkeit in besonderer Weise zuteil wurde: vorn ersten Pressekrieg (Krim-Krieg 1853-1856) über den ersten Wohnzimmer- krieg (Vietnam 1964-1973) bis zum ersten Krieg in Echtzeit (Golf- Krieg 1991), bei dem der US-Verteidigungsminister den Vollzug seiner Befehle im heimischen Fernsehsender 'live' verfolgen konnte. In diesem Reader über die Grundlagen und Perspektiven der Krisen- kommunikation geht es vor allem um Kriege, die von Medien beobachtet und damit beobachtbar gemacht werden. Implizit rücken damit freilich auch die unsichtbaren Kriege ins Blickfeld. Denn Thematisierung und Nichtthematisierung von Krisen, Konflikten und Kriegen beruhen glei- cherma en auf bestimmten Strukturen und Funktionen des publizistischen Systems, in dem Journalisten, Publikum und Public Relations die Karten immer wieder neu und dennoch nach bestimmten Regeln mischen.

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General Sociology